27. Januar – Holocaust-Gedenktag:Kerzenweihe in Adenau – Ein Zeichen des Gedenkens


Dr. Erich Klausener war von 1917 bis 1919 Landrat in Adenau. Er wurde am 30.06.1934 im Auftrag der Nazis in
seinem Dienstzimmer in Berlin erschossen, weil er (so Göring) ein „gefährlicher Katholikenführer“ war. Klausener
wird als der erste Blutzeuge im Erzbistum Berlin verehrt. Das Gymnasium in Adenau ist nach ihm benannt.
Nach Aussagen seiner Weggefährten hat die Landratstätigkeit sein späteres Leben geprägt; er soll auch selbst
gesagt haben, es war die glücklichste Zeit seines Lebens.
Nach 1919 wurde Klausener Landrat in Recklinghausen, von wo er 5 Jahre später nach Berlin ging. In Recklinghausen
hat er durch seine Tätigkeit tiefe Spuren hinterlassen. Seit 14 Jahren gibt es dort den Brauch, dass jedes
Jahr eine auf seinen Namen gesegnete Kerze zu seinem Grab gebracht und dort entzündet wird.
In diesem Jahr soll erstmalig auch eine Kerze aus Adenau im Gedenken an Erich Klausener zu seinem Urnengrab
nach Berlin gebracht werden. Es ist ein Zeichen des Gedenkens an ihn und an alle Opfer von Terror und Gewalt,
gleichzeitig eine Aufforderung für uns heute zu Achtsamkeit und Mut in der Vielschichtigkeit unseres Lebens.
Die 1963 erbaute Gedächtniskirche wurde dem Karmelorden übergeben. Die dortigen Schwestern, allen voran
die Äbtissin Schwester Teresa Benedicta, ist hocherfreut, dass nun auch eine Kerze aus Adenau in der
Gedenkstätte das ganze Jahr über brennen soll.
